Edita Gruberova
Par Anh Tuan le vendredi 4 novembre 2011, 09:30 - Opera - Lien permanent
J'ai interviewé Edita Gruberova pour ColineOpéra et ODB Opéra. Cliquez sur le lien suivant pour lire l'entretien d'Edita Gruberova en français. Voici la version originale en allemand :
Ihr karitatives Engagement für Kinder ist nicht neu, vor einigen Jahren erschien das Liederalbum mit Ivan Paley „From heart to heart“ zugunsten “Cleft-Children International”. Sie verbrachten eine glückliche, aber arme Kindheit - finden Sie es wichtig, sich heute für Kinder einzusetzen, die unter Armut leiden?
Edita Gruberova: Es ist heute wichtiger denn je, denn wir leben in einer glücklichen Gegenwart und deshalb ist es wichtig für Kinder, die unter Armut leiden, etwas zu tun. Ich habe mich in den letzten Jahren stets mit Benefizgalas besonders für kranke und arme Kinder eingesetzt und werde dies auch weiterhin tun.
Sie haben die Tschechoslowakei unter schwierigen Bedingungen in den siebziger Jahren verlassen. Wann haben Sie wieder begonnen, in der Slowakei zu singen?
Edita Gruberova: In den 90er Jahren, ich kann es nicht mehr so genau sagen, habe ich wieder in der Slowakei gesungen.
Fühlen Sie sich in der Slowakei noch wie zu Hause?
Edita Gruberova: Ich fühle mich auf der ganzen Welt zu Hause, überall, wo ich gute Menschen und ein verständiges Publikum finden kann.
ODB Opéra hat Pavol Breslik vor einigen Jahren interviewt. Slowake wie Sie, ist er auch einer der größtenTenöre der jungen Generation. Sie singen regelmäßig zusammen, insbesondere das letzte Jahr in “La Traviata”. Bereitet es Ihnen besondere Freude mit einem jungen talentierten slowakischen Sänger zu singen?
Edita Gruberova: Ja, ich singe gerne mit Pavol Breslik, da er ein ausgezeichneter und sehr musikalischer Sänger ist, aber ich arbeite gerne mit allen Tenören zusammen, die mit mir beim Singen auf der gleichen Wellenlänge liegen und das ist für mich eine große Freude. Es muss nicht ein Slowake sein - jeder gute Partner motiviert mich beim Singen.
Sie singen regelmäßig in Japan, Vorstellungen von “Roberto Devereux” und Konzerte sind für diesen Herbst schon geplant. Denken Sie, dass klassische Musik einem Volk Trost bringen kann, das durch Naturkatastrophen so gelitten hat?
Edita Gruberova: Ja, jede Art von künstlerischen Darbietungen kann in schwierigen Situationen Trost bringen. Kunst im Allgemeinen kann eine Art von Therapie sein nicht nur bei Katastrophen. Klassische Musik kann in speziellen Fällen Trost spenden.
Unterscheidet sich das japanische vom europäischen Publikum?
Edita Gruberova: Das japanische Publikum schätzt und huldigt einer absolut anderen Kultur und es ist erstaunlich und außergewöhnlich, wie das japanische Publikum klassische Musik schätzt. Wir bringen der traditionellen japanischen Musik nur wenig Verständnis entgegen.
Ihr letzter Auftritt in Paris im Dezember 2009 am Théâtre des Champs Elysées war ein großer Erfolg. Direktor Dominique Meyer (jetzt Direktor der Wiener Staatsoper) hatte Sie am Ende des Konzerts gebeten, ein zweites Mal die gleiche Zugabe zu singen, weil das Publikum das Theater nicht verlassen wollte. Sind Sie sich bewusst, dass das französische Publikum Sie liebt?
Edita Gruberova: Nach 13 Jahren Abwesenheit von Frankreich und Paris war es für mich herzerfrischend, dass das Pariser Publikum eine derartige Begeisterung gezeigt hat. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich dachte, dass das französische Publikum mich nach so langer Abwesenheit vergessen hat. Nach dem Konzert in Paris im Dez. 2009 war ich sehr glücklich.
Norma ist eine Rolle eines ganzen Lebens. Ich sah Sie in dieser Rolle in München, in Brüssel und in Salzburg. Es gibt besonders zwei Momente, die mich in Ihrer Interpretation treffen: Casta Diva natürlich, weil Sie eine der einzigen in der Geschichte der Musik sind, die auf der Bühne in Ihrer spitzen Originaltonalität singen, und das Ende des ersten Aktes, wo Ihr Zorn gegen Pollione fast schockierend ist. Man fühlt die ganze Wut, die Sie in der Persönlichkeit erwecken, aber es ist eine erniedrigte, verletzte, verlassene Wut einer Frau. Das ist nicht nur künstliche Bühnenrache, Sie machen etwas sehr Menschliches daraus. So ist es eben fürchterlicher und faszinierend. Wie haben Sie diese psychologische Arbeit über die Persönlichkeit geschafft?
Edita Gruberova: Norma bietet die Möglichkeit aus dem eigenen Leben zu erzählen. Jede Rolle muss aus echten Gefühlen getragen werden, die aus dem reichen Reservoir des Lebens abgerufen werden und die mit der Stimme dargestellt werden müssen.
Seit einigen Jahren (vielleicht seit Lucrezia Borgia am Liceu Anfang 2008), scheinen Sie sehr optimisch zu sein. Ohne auf Ihre technische Forderung verzichtet zu haben scheinen Sie ruhiger und sorglos. Man sieht Sie ganz frisch und glücklich nach Vorstellungen, die jedoch sehr ermüdend sein können, sehr verfügbar und bereit zu scherzen. Als Sie eine unerwartete Rede am Ende von La Traviata in Hamburg im November 2010 hielten, hat das Publikum dank Ihrer Scherze viel Spass gehabt. Haben Sie den Eindruck, dass Sie der Welt der Oper nichts mehr zu beweisen haben, das Vergnügen in vollem Umfang genießen zu können und Ihre Kunst mit dem Publikum zu teilen?
Edita Gruberova: Vor einigen Jahren habe ich einen stimmlichen Neuanfang gemacht und habe die Wahrheit der Gesangstechnik erfahren, was für mich bedeutet, ganz sorglos und ohne Probleme zu singen. Der Druck vor einer Vorstellung ist genommen und ich kann jetzt ganz ruhig meine Auftritte absolvieren.
Sie werden nächstes Jahr zum ersten Mal La Straniera von Bellini konzertant singen. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre neuen Rollen aus?
Edita Gruberova: Ich wähle meine Rollen meiner Stimme und meinem Repertoire entsprechend. Da ich stets versuche, mein Repertoire zu erweitern und den größten Teil der Belcantoopern bereits gesungen habe, habe ich mich für La Straniera als neue Rolle entscheiden.